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15.07.2005 Keine Entwarnung bei 18 KWG

In Sachen Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse zeigt sich die Aufsichtsbehörde gegenüber den Banken zwar flexibel, doch für Kreditnehmer ändert sich de facto nichts.

In einer Pressemitteilung der Bafin vom 9.5.2005 heißt es:

„Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) verzichtet ab sofort darauf, den Kreditinstituten detailliert vorzuschreiben, wie sie die Anforderungen des § 18 Kreditwesengesetz (KWG) zu erfüllen haben. Nach dieser Vorschrift dürfen Banken derzeit Kredite von mehr als 250.000 Euro grundsätzlich nur dann gewähren, wenn sie sich vorher die wirtschaftlichen Verhältnisse ihrer Kunden haben offen legen lassen. Die deutsche Bankenaufsicht hatte § 18 KWG auf Wunsch der Verbände und Abschlussprüfer mehrmals durch Auslegungsschreiben konkretisiert, um für Institute und Prüfer die gewünschte Rechtssicherheit zu schaffen.

Diese Aufsichtsschreiben hat die BaFin nach Absprache mit der Deutschen Bundesbank mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Wie die BaFin heute in einem Schreiben an den Zentralen Kreditausschuss (ZKA) mitteilte, ist es ab sofort Sache der Kreditinstitute selbst, für alle Kredite hinreichende organisatorische Vorkehrungen zu treffen. Danach muss jede Bank über ein System zur Bonitätsprüfung verfügen, das der Art ihres Kreditgeschäftes und den damit verbundenen Risiken entspricht. Die Abschlussprüfer werden sich vergewissern müssen, dass diese Systeme wirksam sind. Die BaFin wird sich zudem durch Sonderprüfungen von der Qualität der bankinternen Systeme überzeugen.

"Den Banken eröffnen wir mit unserem neuen Ansatz Handlungsspielräume, die vernünftige, weil flexible Lösungen zulassen", sagte BaFin-Präsident Jochen Sanio. "Damit setzen wir ein Beispiel für eine moderne, qualitative Aufsicht; eine Aufsicht, bei der das individuelle Risikoprofil einer Bank, ihre Prozesse und Verfahren im Vordergrund stehen. Es ist nicht mehr zeitgemäß, den Instituten starre Vorgaben zu machen und alles bis ins letzte Detail festzulegen. Ich gehe davon aus, dass die Kreditwirtschaft mit ihrer neuen Freiheit verantwortungsvoll umgehen wird."

Soweit die Klarstellung der Bonner Aufsichtsbehörde. In Mittelstandskreisen war zuletzt die Hoffnung aufgekommen, die flexiblere Handhabung der Bafin führe letztlich zu einer leichteren Kreditvergabepraxis der Banken. Ausgelöst wurde die neue Haltung der Bafin durch das massive Vordringen österreichischer Banken in Süddeutschland, die sich nicht an den deutschen § 18 KWG richten müssen.

Doch wer glaubt, zukünftig ohne ausführliche Nachweise seiner Bonität bei den Banken neues Money zu erhalten, irrt gewaltig. Denn die Banken sind durch eine andere Vorgabe der Aufsichtsbehörden faktisch gezwungen, noch genauer hinzuschauen, ob der Kunde seine Kredite auch wirklich bedienen kann. Nach den neuen MaRisk, den Mindestanforderungen an das Kreditrisikomanagement der Banken, bleibt den Instituten gar nichts anderes übrig, als Bonitätsanalysen ihrer Kunden auch zukünftig äußerst penibel durchzuführen.

Wer daher den Banken entgegenkommt, in dem er unaufgefordert auch unterjährig aussagefähige Unterlagen wie aktualisierte Ertrags- und Liquiditätspläne einreicht, hat gute Karten bei der Kreditvergabe.

Eine kleine Erleichterung gibt es doch: Nicht alle Dokumente müssen eigenhändig unterschrieben sein, wenn für die Bank klar ist, von wem sie stammen. So können zukünftig auch Ihre Steuer- oder Unternehmensberater den Instituten Unterlagen Ihres Unternehmens zusenden bzw. per e-mail entsprechende Dokumente anhängen.

Aktueller Hinweis:

Nächster Termin für das IHK-Tages-Seminar „Die G+V-vernetzte Liquiditäts- und Finanzplanung“ mit Stefan Uhlig ist Donnerstag, der 20.Oktober 2005.
Nähere Infos unter

www.akademie.ihk-muenchen.de

Klicken Sie dort auf „Management-Seminare“ und dann auf „Strategisches Management“.

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