Sanierungs- und Krisenmanagement

Leider können wir an dieses Thema nicht so locker herangehen wie bei Liquiditäts-Management.

Frage an Sie: Wann befindet sich das Unternehmen in der Krise ?

Wir könnten jetzt ellenlang Fachbücher auswerten. Machen wir es daher kurz und bündig:

Ein Unternehmen ist dann in der Krise, wenn es keinen Gewinn erwirtschaftet!

Selbst wenn Sie den nötigen finanziellen Rückhalt besitzen und kurzfristig Verluststrecken überbrücken können, drohen Ihnen die bekannten rechtlichen Gefahren, wenn Sie eine Kapitalgesellschaft führen. Dann heißt es aufgepasst bei:

Zahlungsunfähigkeit

Drohender Zahlungsunfähigkeit

Überschuldung

Zahlungsunfähigkeit ist bei allen Unternehmensformen ein Insolvenzgrund, aber so lange Sie hier die unterstellten Mittel im Hintergrund haben, schieben Sie diesen Fall so lange wie möglich hinaus. Ob das viel Sinn macht, steht auf einem anderen Blatt.

Im Seminar Liquiditätsmanagement werden diese Rechtsgefahren anhand von Fallbeispielen ausführlich erörtert, vor allem die "drohende Zahlungsunfähigkeit" sowie die "Zahlungsstockung". Letztere ist zwar rechtlich nicht relevant, dafür umso mehr praktisch von Bedeutung.

Von einem Sanierungsfall spricht man dann, wenn die Interessen Ihrer Gläubiger ernsthaft gefährdet sind bzw. wenn Sie angesichts der wirtschaftlichen Lage Ihres Unternehmens nach kaufmännischer Vorsicht von einer solchen Gefährdung ausgehen müssen.

Der Sanierungsfall tritt allerdings nicht urplötzlich sondern oft schleichend und zunächst unbemerkt ein, meist schon lange vor dem eher rechtlich relevanten Zeitpunkt "Insolvenzantrags-Pflicht". Das ist durchaus mit bestimmten Krankheiten vergleichbar.


Auch hier gilt: Wenn Sie die ersten Krankheits-Symptome rechtzeitig erkennen, z.B. durch gutes Controlling und noch besseres Liquiditäts-Management, können Sie quasi noch als Herr im Haus eigenverantwortlich Sanierungsmaßnahmen treffen und so die Situation selbst bereinigen.

Der renommierte Insolvenz-Jurist Karsten Schmidt spricht von der wichtigen Aufgabe des Geschäftsführers, "eingetretene Krisen durch Sanierungsmaßnahmen zu kompensieren".

Wenn Sie das in dieser Phase nicht alleine oder gemeinsam mit kompetenter Hilfe von außen schaffen, macht das ein anderer:

Nach dem Insolvenzantrag betritt der Insolvenzverwalter die Bühne, wenn für ihn überhaupt noch was zu machen ist. Dann sind Sie als Geschäftsführer quasi weg vom Fenster. Schlimmstenfalls wird Ihnen vom Gericht sogar ein totales Veräußerungsverbot auferlegt.

Nach der neuen Insolvenzordnung gibt es jetzt zwar die Möglichkeit der "Eigenverwaltung", doch hat sich diese Form mangels praktischer Erfahrungen in der Praxis bis jetzt noch nicht durchgesetzt. Gerade für Klein- und Mittelbetriebe ist dies aber ein sehr erfolgversprechender Sanierungs-Ansatz, wenn ein vernünftiges Sanierungs-Konzept vorliegt.

Wenn Sie es also gar nicht erst bis zum Insolvenzantrag kommen lassen wollen, dann handeln Sie bereits bei den ersten Krisenzeichen. Wenn Sie das Feuer noch allein ersticken können, dann tun Sie das auch. Wenn Sie es dagegen nicht mehr löschen können, dann rufen Sie schnellstens die Feuerwehr.

Bei Unternehmen sind das die Sanierungsspezialisten.

Das ist eine ganz besondere Art von Beratern. Sie müssen vor allem eines: schnell und zielsicher löschen bzw. handeln !

Sie kennen im zugespitzten Krisenfall die Zeitspanne von drei Wochen bei Kapitalgesellschaften. Sie wissen, dass das eine verdammt kurze Zeit ist. Hinzukommt die Justiz, die hierzulande nicht südländisch locker herangeht, sondern gründlich deutsch. Einfach deshalb, weil der Gesetzgeber ganz bewußt die Gläubiger so gut wie möglich schützen will. Bei Ihren Debitoren sind Sie ja auch Gläubiger und erwarten entsprechenden Schutz.

Jeder weiß aus eigener Erfahrung, dass man unter ständigem Stress nicht immer sachorientiert handelt. Das familiäre Umfeld kann ein Lied davon singen, wenn es gravierende Probleme im Betrieb gibt.

Genau in solch kritischen Phasen findet man auch die berüchtigten Fettnäpfchen und schlimmer noch: man tritt in sie hinein! In Unternehmenskrisen gibt es Fettnäpfchen in Hülle und Fülle, vor allem besonders tückische und gefährliche.

Deshalb der Rat: wenn Sie Probleme haben im Betrieb, und Sie bekommen die Probleme nicht mehr in den Griff, dann holen Sie sich kompetente Hilfe von außen, ehe Ihnen und Ihrer Familie die Decke auf den Kopf fällt.

Gute Sanierungsberater sind natürlich nicht so reichlich gesät auf dem Markt. Es kommt hier vor allem auf entsprechende Erfahrung an. Herr Dipl.Volksw. Stefan Uhlig ist speziell auf diesem Gebiet seit vielen Jahren vor allem bei Klein und Mittelbetrieben tätig. Er kann auch Ihnen helfen.

Anbei ein Beispiel für einen gelungen Turnaround eines konkursreifen Unternehmens.


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Besonders gefährlich wird es dann, wenn Ihre betrieblichen Probleme nach außen dringen. Während Sie in Krisensituationen Ihre Lieferanten meist noch relativ gut im Griff haben, ist das bei Ihrer Bank schon viel kritischer. Die merkt sehr schnell, wenn es nicht läuft in Ihrem Betrieb !

Krisensignale aus Sicht Ihrer Bank.