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Fragen und Antworten

Hier zur Auflockerung der Thematik noch einige konkrete Fragen aus dem Alltag, wie sie mir von Unternehmern während der Beratung oder im Seminar immer wieder so oder ähnlich gestellt werden. Die Auflistung ist unsystematisch, doch vieles dreht sich verständlicherweise um das Verhalten von und den Umgang mit der Bank. Die Antworten sind keineswegs erschöpfend (können es auch gar nicht sein), geben aber erste Hinweise, sich mit dem jeweiligen Themenkomplex näher zu befassen.

> Hat Basel II wirklich so viele (negative) Auswirkungen auf das Kreditverhalten der Banken wie befürchtet ?


Die Banken sollen die Kreditvergabe viel stärker nach der Bonität des einzelnen Kunden ausrichten als früher, also stärker individualisieren. So sollten eigentlich Kunden, die eine gute Bonität aufweisen, bessere – sprich günstigere – Kredite erhalten als Kunden mit schlechter Bonität. Was gut oder schlecht ist, ergibt sich aus dem Rating, das die Banken für jeden Kunden durchführen. Aber es wird nicht alles so heiß gegessen wie es gekocht wird. Der starke Wettbewerb im Bankgeschäft speziell um mittelständische Firmenkunden dominiert letztlich Angebot und Preis.

> Also kann mir das Rating eigentlich egal sein ?

Nein, keineswegs. Im Gegenteil sollten Sie darauf bestehen, dass Ihnen die Bank Ihr persönliches Rating näher erläutert und Ihnen konkrete Verbesserungsvorschläge macht, wie Sie es verbessern können, um beim nächsten Mal eine bessere Bonität aufzuweisen. Im Grunde genommen geht es darum, dass Sie Ihren Banker nachts besser schlafen lassen, wenn er an Ihre Kredite denkt.

> Wenn die Bank sich ziert, mir neue Kredite zu geben bzw. alte Linien zu verlängern, welche anderen Möglichkeiten habe ich dann ? Was ist mit alternativen Finanzierungsangeboten ?

Der klassische Bankkredit dominiert im mittelständischen Kreditgeschäft nach wie vor. Die berühmten Alternativen, wie Mezzanine oder ABS, spielen nur eine geringe Rolle, obwohl sie in den Medien so hoch geschrieben werden. Die Finanzkrise hat ein übriges getan, dass das auch so bleibt. Die meisten Mittelständler – von den rund drei Millionen hierzulande – werden sich auch zukünftig an eine Bank wenden müssen, wenn sie neues Money brauchen. Allerdings ist durch den Markteintritt ausländischer Banken das Angebot größer geworden, denken Sie nur an die Offensive österreichischer Banken in Süddeutschland.

> Wie soll man sich bestmöglich verhalten, damit es keine Probleme mit der Bank gibt ?

Bemühen Sie sich um strikt professionelles Verhalten der Bank gegenüber. Das bedeutet u.a. das rechtzeitige und unaufgeforderte Zur-Verfügung-Stellen der jährlichen Bilanz (spätestens sechs bis max. neun Monate nach Stichtag, besser jedoch früher). Wenn Sie keinen Lagebericht aufstellen müssen, dann verfassen Sie wenigstens einen nur für Ihre Bank(en). Darin sollten Sie auf das abgelaufene Geschäftsjahr eingehen und sich auch über die nächsten zwölf bis 24 Monate auslassen, insbesondere über neue Kunden und neue Potentiale. Das Ganze garniert mit einem professionellen Ertrags- und Liquiditätsplan am besten für die nächsten drei Jahre. (Wie man das gut macht, erfahren Sie in unserem Liquiditäts-Seminar).
Beträgt Ihr Kreditvolumen mehrere Millionen, sollten Sie Ihre Bank(en) auch Quartalsweise unterrichten, etwa mit einem Newsletter und einer jeweils aktualisierten Planung (forecast). Gehen Sie dabei auf größere Abweichungen von SOLL und IST ein.

> Wie verhalte ich mich richtig bei plötzlichen Investitionswünschen ?

Erstellen Sie vorher – evtl. mit externer Hilfe – einen Investitionsplan und einen darauf abgestimmten Finanzierungsplan. Zeigen Sie dann dem Banker auf, dass sich durch die Investition Ihre Ertragslage mittelfristig verbessert und dass Ihre Verschuldungskapazität diese Investition bzw. deren Finanzierung auch verkraftet.

> Wenn es mal nicht so läuft wie es laufen soll, dann ist guter Rat teuer – viele Banken drehen dann gleich den Hahn komplett ab, wenn man sie über Schwierigkeiten informiert ?

Ja, das trifft leider auf einige Banken so zu. Andererseits gibt es aber auch viele Beispiele dafür, dass sich das oben beschriebene professionelle Verhalten auszahlt, wenn man in eine Krise gerät. Ganz wichtig ist hier richtiges Krisenmanagement, das auch eine entsprechende Kommunikation beinhaltet. In den meisten Fällen hört sich Ihr Banker erst an, wie Sie (!) die Krise zu meistern gedenken, ehe er dicht macht. Hier gilt wirklich der Tipp: Lassen Sie sich beraten, wenn es ernst wird.

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