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15.05.09 – Produktivitätssteigerung: Outsourcing ist großer Quatsch !

Ganz im Gegensatz zu den lange gültigen Empfehlungen bekannter Management-Gurus, sich auf wenige Kernkompetenzen zu beschränken und alle anderen Wert schöpfenden Prozesse an Zulieferer outzusourcen, zeigen die Ergebnisse der groß angelegten Studie des ISI Fraunhofer Instituts System- und Innovationsforschung aus Karlsruhe, dass Firmen mit hoher Fertigungstiefe deutlich produktiver sind. Offensichtlich entstehen, so die Karlsruher Forscher, durch das Outsourcen Transaktionskosten in der Abstimmung mit den Zulieferern, die die Spezialisierungsvorteile dieser Zulieferer überkompensieren. Darüber hinaus fallen Logistikkosten an und es sind Zuliefermargen zu bedienen, die das Outsourcen zusätzlich unattraktiv machen.

 

In der Fraunhofer Untersuchung erreichen Betriebe mit der größten Fertigungstiefe mehr als acht Prozent Produktivitätsvorsprung gegenüber dem Durchschnitt der Industrie. Analog liegen Unternehmen mit niedriger Fertigungstiefe (also vorwiegend Outsourcer) vier Prozent unter dem Durchschnitt. Die Fraunhofer Forscher empfehlen daher, als eines der nachhaltigsten Instrumente der gegenwärtigen Krisenbekämpfung das Insourcing als strategische Option ernsthaft in Erwägung zu ziehen, insbesondere bei nicht ausgelasteten Kapazitäten.

 

Ein weiteres hochinteressantes Ergebnis der Studie liegt darin, dass das individuelle Eingehen auf Kundenwünsche auf Kosten der Produktivität geht. Firmen mit einer kundenauftrags-unabhängigen Fertigung arbeiten deutlich produktiver. Damit sind der vielfach – ebenfalls von den Management-Gurus – gepriesenen Empfehlung, sich primär durch hohe Flexibilität gegenüber Kundenwünschen am Markt strategisch zu positionieren, klare Grenzen gesetzt.

 

Und noch ein betriebswirtschaftliches Märchen wird von den Karlsruhern entlarvt: Die Betriebsgröße allein sagt per se noch gar nichts über Produktivitätsvorteile aus. Kleinere Betriebe können ebenso produktiv produzieren wie Großbetriebe. Folge: Wachstum führt danach keineswegs automatisch zu mehr bzw. höherer Produktivität.

 

Im Gegensatz zu vielen anderen Untersuchungen ist die Fraunhofer Studie durchaus repräsentativ für die Industrie. Die über 1.000 teilnehmenden Betriebe decken das gesamte verarbeitende Gewerbe umfassend ab.

 

Quelle: Fraunhofer ISI PI-Mitteilung Nr. 48 /2009

 

Die exzellente Studie und weitere Infos (z.B. interessante Produktivitäts-Kennzahlen) gibt es hier:

  

Dr. Gunter Lay

Fraunhofer ISI-Institut

Breslauer Straße 48

76139 Karlsruhe

Tel. 0721/6809-300

gunter.lay@isi.fraunhofer.de

  

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