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05.05.2004 - Firmenkredite: Großbanken öffnen wieder die Schleusen

Nach einem Zeitungsbericht ändern die großen Geschäftsbanken ihre bisherige restriktive Kreditpolitik insbesondere gegenüber dem Mittelstand. Nur dumm, dass dieser aktuell eher weniger Geld braucht.

Nach einem Bericht der WELT vom 3.5.04 zeichnet sich bei Deutscher, Dresdner, Commerz und HypoVereinsbank eine Trendwende im Firmenkundengeschäft ab. So wird der Dresdner Bank Firmenkundenvorstand Ralf Jung mit den Worten zitiert:

„Wir haben in den vergangenen Monaten unserem Vertrieb klar signalisiert, dass wir wieder mehr Kredite vergeben wollen.“ Konkret will die Dresdner Bank nach Jungs Ankündigung das inländische Firmenkundengeschäft um rund 15% erhöhen. Mittelstandstypische Kredite in der Größenordnung fünf bis 25 Mio. Euro stehen dabei im Focus der Allianz-Tochter.

Ähnliche Töne kommen von der Commerzbank. Deren Ziel ist, in den kommenden drei Jahren fast 10 000 neue Firmenkunden zu gewinnen. Bis zu vier Mrd. Euro zusätzliches Kreditvolumen wollen die Commerzbanker dafür locker machen.

Selbst die zuletzt sehr zurückhaltende Deutsche Bank will nach Angaben der WELT heute nichts mehr von einem Rückzug aus dem Mittelstand wissen. Nach den Worten des für den Mittelstand zuständigen Vorstands Jürgen Fitschen ist die Deutsche Bank sogar bereit, „das Gesamtvolumen auszudehnen, wenn es aus geschäftspolitischer Sicht für uns sinnvoll ist.“

Dass die Kehrtwende beim Kreditgeschäft für die großen Geldhäuser durchaus sinnvoll ist, zeigen rückläufige Zinseinnahmen aufgrund der teilweise rigiden Sparpolitik der letzten Monate und Jahre. Offensichtlich ist inzwischen auch in Frankfurts hohen Banketagen die banale Erkenntnis eingedrungen, dass Kosten-Sparen zwar schön und gut ist. Aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Sonst gilt: Operation geglückt, Patient tot.

Leider kommt die geänderte Politik etwas spät und zum falschen Zeitpunkt. Denn jetzt, wo die Geldhäuser den Hahn wieder aufdrehen, fehlt auf der anderen Seite die Nachfrage. Die großen Unternehmen verringern derzeit eher ihre Schulden, und die kleineren Betriebe sind bei allen Neuinvestitionen noch sehr zurückhaltend.

Dumm gelaufen, könnte man spotten. Doch für unsere Volkswirtschaft ist das wenig erhellend. Jedenfalls wehren sich die Banken jetzt aktiv gegen den Vorwurf, sie würden einen möglichen konjunkturellen Aufschwung abwürgen, indem sie allzu knauserig wären.

Wer als Mittelständler zur Zeit bonitätsmäßig gut aufgestellt ist und investieren will, findet wieder überall offene Türen. Und bei den aktuell niedrigen Zinsen kann so mancher lang gehegte Investitionswunsch plötzlich doch noch angepackt werden.

Ein Unternehmer unternimmt schließlich etwas.

Na denn los!

(Quelle: DIE WELT, Wirtschaftsteil vom 03.05.2004)

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